„Selbstwertproblem – was ist das?“

Selbstwertproblem ein Ausdruck, welchen wir schon des Öfteren gehört haben. Gleich kann dabei der Gedanke aufkommen, dass es sich dabei um nichts Gutes handelt. Verbinden wir Probleme doch gleich mit Schlechtem!

Also worum handelt es sich dann?

Wenn ein Mensch seine Leistungen und/oder Eigenschaften von bestimmten Kriterien abhängig macht –  diesen Maßstäben nicht gerecht werden kann/oder glaubt ihnen nicht gerecht werden zu können – und dadurch krankmachende Denkmuster entwickelt, sprechen wir von Selbstwertproblemen. Diese Denkmuster beziehen sich dann auf Eigenschaften oder Regeln, welche den Mehrwert oder den Verlust der eigenen Wertigkeit bestimmen und ihre Wurzeln in Moralvorstellungen, Erziehungsnormen oder soziokulturellen Einflüssen haben. Dh. wenn zB. Beliebtheit, Besitz, Anerkennung oder Leistung nicht dem gewähltem Maßstab entsprechen.

Wichtig festzuhalten ist hier jedoch auch, dass nicht jede Art der Selbstbewertung gleich zu Problemen führt. Die Bewertung unserer Eigenschaften, Qualitäten und Leistungen ist unumgänglich um selbst definierte Ziele auch erreichen und sich im Alltag adäquart verhalten zu können. Kritisch wird es dann, wenn als Parameter nur eines oder sehr wenige Merkmale verwendet werden. Es hat nichts mit Können/Versagen zu tun, wenn sich das Gegenüber einmal beschwert, oder er/sie aufgrund eines Mißgeschicks ausgelacht wird.

Ein Thema also, welches vermutlich schon so alt wie die Menschheit selbst ist. Bereits in einem zweitausend Jahre altem Zitat des römischen Philosophen Epiktet wird dies deutlich:

„Wenn das Pferd sich stolz erhebend spräche: wie schön bin ich! so könnte man sich das gefallen lassen. Wenn aber du selbst voll Stolz sprächest: welch ein schönes Pferd habe ich! so wisse, daß du auf die Vorzüge deines Pferdes stolz bist. Was ist nun aber dein? – Der Gebrauch deiner Vorstellungen! – Wenn du also von deinen Vorstellungen einen naturgemäßen Gebrauch machst, dann magst du stolz sein; denn alsdann bist du stolz auf einen Vorzug, der dir gehört.“

Begriffsbestimmung:
  • Selbstwert: Der Wert, dass sich das Individuum selbst zuschreibt.
  • Selbstwertkonzept: Darunter verteht man bewusste und unbewusste Regeln, Eigenschaften und Merkmale, die das Individuum zur Bestimmung seines/ihres Selbstwertes heranzieht.
  • Selbstwertbestimmung: ist die Berechnung des eigenen Wertes
  • Selbstbild: ist die Beschreibung der eigenen Person in Form von Eigenschaften, Merkmalen, Fähigkeiten, Instanzen ohne Bewertung der einzelnen Punkte
  • Selbstwirksamkeit: die Erfahrung in der Vergangenheit schwierige Situationen meistern haben können
  • Selbstvertrauen: die Erfahrung unbekannte Situationen durch Erfahrungen und bereits erlebte Lösungsstrategien meistern zu können

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.