Lieber Opferrolle, als Veränderungsanstrengungen?

Unreife Partner neigen dazu, sich in eine Opferrolle zu flüchten und Veränderungsanstrengungen zu vermeiden……

Ich kenne eigentlich niemanden, der eine frustationsfreie Kindheit hatte. Mütter und Väter sich nicht perfekt! Die Zeit der kindlichen Abhängigkeit dauert oft sehr lange. Da passieren zwangsläufig seelische Verletzungen. Auch wenn das, was Ihnen widerfuhr gut gemeint war, kann immer ein wunder Punkt bleiben.

Bei meinen Beratungseinheiten sehe ich immer wieder, dass jeder sein Binkerl/seinen Rucksack zu tragen hat, aber auch, dass immer wieder Problemlösungen erarbeitet werden können! Leider geht es in Beratungen nie gut voran, wenn sich ein Klient entscheidet die Operrolle zu spielen und eigentlich gar nichts verändern will!

Einige Beispiele:

Betty ist von ihrem Hausfrauenleben schwer fustriert. Dass sie jetzt in ihrem Beruf keinen Job findet, liegt an ihren abgebrochenen Ausbildungen. Und schuld daran ist eine pädagogisch unfähige Lehrerin aus ihrer Schulzeit. Sie warf ihr immer wieder Denkschwäche vor. Dadurch verlor Betty ihr Selbstvertrauen und war später dem beruflichen Ausbildungsstress nicht mehr gewachsen. Arme Betty, ein Opfer des Schulsystems.

Mary wurde als Teenager bei einem Open Air-Konzert von einem Fremden angerempelt. Seither ist für sie jeder Mann ein Frauenverachter, dem sie aggressiv begegnet. Sogar bei ihren Partnern ist sie so. Mary, ein Opfer der Männergesellschaft.

Steven wird von seiner Frau Geiz vorgeworfen. Er selbst sagt, dass er nicht anders könne, als jeden Cent zweimal umzudrehen. Dafür verantwortlich sei aber seine Mutter, welche ihn zu früh auf den Topf gesetzt habe. Ist Steven also geizig, weil er zu früh auf dem Topf saß?

Ken ist immer wieder grob zu Frauen, weist aber die Schuld und Veränderungsbitten kategorisch von sich, da er meint, aus einer Welt zu kommen, wo Konflikte so gelöst worden wären. Ken, also ein Opfer einer Milieuschädigung.

Die Liste der vermeintlichen Opfer wird immer größer. Statt selbstverantwortliche Menschen produzieren wir mit Erziehungsschwächen und fehlgeleiteter staatlicher Fürsorge immer mehr „Opfer“. Aber vieles, was einem im Leben wiederfährt, kann und sollte später aktiv bearbeitet werden. Noch mit 35 darüber zu jammern, dass man als Kleinkind zu früh auf den Topf gesetzt wurde, ist zu einfach!

Es kann sehr bequem sein, sich in die Operrolle zu flüchten. Ein Opfer darf nicht zur Rechenschaft gezogen werden, das soll man gefälligst mit dem tun, der für das problematische Verhalten verantwortlich ist. Vermeintliche Opfer nehmen sich auch zu viele Rechte heraus – Vorurteile, Aggressionen und null Anstrengungsbereitschaft!
Einmal als Opfer pathologisiert, genießt man für immer und ewig einen unantastbaren Status und Verständnis.

Natürlich ist es schwierig und schmerzhaft, Verantwortung für etwas zu übernehmen, was irgendwann einmal ohne eigenes Zutun aus dem Gleichgewicht geriet. Aber bitte, reden Sie sich nicht krank!

Schuldzuweisungen sind zwar bequem, aber Konfliktlösungen, Wachstum und eine gesunde Lebensperspektive sind in dieser Kampfzone nicht vorgesehen ………..

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